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Rückblick:
Konzert im Hurlacher Schloss 24. Juli 2005 * Programm Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Streichquartett G-Dur (KV 156) Presto - Adagio - Minuetto Johannes Brahms (1833-1897) Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello h-moll (op. 115) Allegro - Andantino und Presto - Con moto (erster, dritter und vierter Satz) - Pause - Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello A-Dur (KV 581) Allegretto - Larghetto - Minuetto - Tema con variazioni * Ausführende Celia Wiblishauser, Hurlach, Klarinette Volker Westermayer, Violine Veronika Oelkers, Violine Günther Maier, Viola Hans-Friedrich Luchterhandt, Violoncello * Musik lebt von Begegnungen Gedanken zum Kammerkonzert im Hurlacher Schloss Das Besondere an dem Kammerkonzert, das am 24. Juli 2005 im Hurlacher Schloss veranstaltet wurde, war sicherlich seine geradezu familiäre Atmosphäre. Die Bauweise des Schlosses, das vermutlich um das Jahr 1600 errichtet wurde, trug dazu viel bei: Das Foyer, dem die Umgestaltung im Jahr 1898 sein jetziges Aussehen gegeben hat, lässt einen großen Abstand zwischen Zuhörer und Musiker gar nicht erst entstehen. Deshalb könnte man den öffentlichen Kammermusik-Abend am 24. Juli auch als "Hauskonzert bei weit geöffneten Türen" bezeichnen. Auf dem Programm standen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms: Dem Streichquartett G-Dur (KV 156) folgten drei Sätze (Allegro - Andantino und Presto - Con moto) aus dem Klarinetten-Quintett von Brahms in h-moll (op. 115), das im Jahr 1891 komponiert wurde. Den Abschluss bildete Mozarts Klarinetten-Quintett A-Dur (KV 581). Auch die Distanz, die naturgemäß durch den Kenntnisvorsprung des Musikers entsteht, wurde bei diesem Konzert deutlich gemildert: Die Zuhörer waren sicherlich dankbar für die erläuternden Worte des Cellisten, der sie über die Entstehungsumstände der Werke informierte, der ihnen aber auch verriet, welche Bedeutung einzelne Sätze für ihn persönlich haben. Von ihm erfuhr man auch, dass Mozarts Klarinetten-Quintett aus dem Jahr 1789 das erste Werk mit einer solchen Besetzung (Streichquartett - also zwei Violinen, Viola und Violoncello - mit Klarinette) war, das jemals komponiert wurde. Mozarts Freundschaft zu dem Hofklarinettisten Anton Stadler hatte diese großartige Kombinationsidee ausgelöst. Bei den Interpreten weckte sie offensichtlich Begeisterung: Hervorragend war die ausdrucksvolle Interpretation der ursprünglich aus England stammenden Klarinettistin Celia Wiblishauser; die Musiker, die das Streichquartett bildeten, waren Volker Westermayer und Veronika Oelkers (Violine), Günther Maier (Viola) und Hans-Friedrich Luchterhandt (Violoncello). Das gastgebende Schulungszentrum, das seit 1972 von dem ökumenischen Missionswerk Jugend mit einer Mission (JMEM) unterhalten wird und meist junge Leute mit ganz anderen musikalischen Vorlieben als Gäste hat, wollte mit dieser Veranstaltung die eigenen freundschaftlichen Kontakte auch den Hurlacher Mitbürgern und anderen Musikfreunden aus der Region zugute kommen lassen. (Besucher mit Interesse an der Geschichte des Hauses erfuhren vom “Tag des offenen Denkmals” am 11.9.2005, beim dem auch dieses Jahr wieder im Rahmen des Hurlacher Schlossfestes Führungen durch das Gebäude angeboten werden.) Auch bei früheren Konzerten im Hurlacher Schloss war das Ziel gewesen, die Musik transparent zu machen und die Distanz zum Zuhörer zu überbrücken. Für ein "Werkstattkonzert" und ähnliche Kammermusik-Veranstaltungen bildete das ökumenische Schulungszentrum den passenden Rahmen: Hier, wo die Begegnung zwischen unterschiedlichen Kulturen und Konfessionen gesucht und gefördert wird, hat man auch mit "musikalischen Begegnungen" gute Erfahrungen gemacht. Einer "musikalische Begegnung" im Frühjahr 1891 ist die Entstehung des Klarinettenquintetts von Brahms zu verdanken. Damals hatte der Komponist sich eigentlich schon von seiner kompositorischen Tätigkeit verabschiedet: “... dachte ich, ich wäre schon zu alt, und beschloss energisch, nichts mehr zu schreiben”. Doch dann lernte er den Klarinettisten Richard Mühlfeld kennen - und als Frucht dieser Begegnung komponierte er im Sommer 1891 in Bad Ischl u. a. dieses Quintett. Eine andere "musikalische Begegnung" war auch das fruchtbare Zusammentreffen der in Hurlach lebenden Klarinettistin mit den Musikern des Streichquartetts: Über die Möglichkeit, das Quintett von Brahms gemeinsam zu spielen, seien sie besonders glücklich gewesen. Auch hier wurde deutlich: Musik lebt von Begegnungen. Und so konnte am vergangenen Sonntag die Begeisterung für musikalische Begegnungen wieder in ein beziehungsreiches und intensives Konzerterlebnis umgesetzt werden. Rolf-Dieter Braun * Fotos vom Konzert:
http://www.ywamconnect.com/sites/jmem-hurlach/Schlosskonzert-Fotos
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