Hurlach feierte zum dritten Mal am „Tag des offenen Denkmals"
Am vergangenen Sonntag, dem 11. September, fand zum dritten Mal das Hurlacher Schlossfest im Rahmen des „Tages des offenen Denkmals" statt. Von 10 bis 20:30 Uhr wurde ein buntes, interkulturelles Programm angeboten, das sich über 1000 Besucher angesehen haben. An den Schlossführungen nahmen etwa 380 Personen teil, die sich über die Geschichte und die momentane Nutzung des Schlosses informieren wollten, das seit 35 Jahren von dem Missionswerk Jugend mit einer Mission e. V. als Schulungszentrum genutzt.
In Hurlach herrschte Hochbetrieb. Gäste aus nah und fern unternahmen einen gemütlichen Sonntagsausflug zum Schloss Hurlach. Dort wurde ihnen ein abwechslungsreiches Programm geboten. Der Ritterverein 1. Lanze zu Augsburg, ein Indianerzelt, eine Hüpfburg und zahlreiche Stände, wo vom äthiopischem Schmuck bis hin zum deutschen Steak alles vertreten war, stellten das Rahmenprogramm. Unter anderem wurden musikalische Beiträge von der Schlossband, einem Musiker von den Philippinen und ein Tanz von den Cook-Islands (Pazifik) aufgeführt; dies waren besonders gelungene Farbtupfer, die das internationale Schlossleben widerspiegelten.
Um 16:00 Uhr wurde der nächste Höhepunkt angeliefert: eine Kuh vom ortsansässigen Bauern Wild, die in ein Gatter geführt wurde, in dem 80 kleine Felder aufgezeichnet waren. Diese konnten vorher von Besuchern in Form von Losen für das Spiel erstanden werden. Den Kuhfladen, den die Kuh nach einiger Zeit fallen ließ, fiel in diesem Jahr auf das Feld Nummer 09, dessen Besitzer der glückliche Gewinner des Kuhfladen-Lottos wurde, und eine Familienkarte fürs Legoland in Günzburg gewann. Der gesamte Erlös des Lottos geht im übrigen an ein Projekt in Albanien, welches Witwen mit Kleinkindern unterstützt.
Ein weiterer Zuschauermagnet waren die Schlossführungen, in denen die Besucher einen Einblick in das derzeitige und frühere Schlossleben erhalten konnten. Mit etwa 380 Schlossführungs-Teilnehmern wurde die eingeplante Teilnehmerzahl deutlich überschritten. Das Angebot verschiedener Themenschwerpunkten (z. B. Geschichte des Hurlacher Schlosses, die Tätigkeit des Missionswerks Jugend mit einer Mission; der Schlossbesitzer Sebastian von Pemler im 18. Jahrhundert) bei den einzelnen Führungen hat sich offenbar bewährt.
Krönender Abschluss des Tages war schließlich die Serenade eines Blasensembles des Hurlacher Musikvereins – begleitet von einem kleinen Feuerwerk – die den Zuhörern vom Schlossturm aus vorgetragen wurde.
Melanie Stolz
Weitere Bilder vom Schlossfest 2005 und von den Festen in den letzten beiden Jahren finden Sie hier.
Infos zu einzelnen Aspekten des Schlossfests:
Das Schlossfest-Ambiente: Das Hurlacher Schloss
Das Schloss in Hurlach, das in seiner langen Geschichte immer wieder den Besitzer wechselte, wurde 1898 von Otto Freiherr von Schnurbein erworben und renoviert. Durch die Erweiterungsbauten der folgenden Jahre erhielt die Anlage ihre jetzige Gestalt. Seit 1972 Jahren wird das Schloss von dem ökumenischen Missionswerk Jugend mit einer Mission (JMEM) als Schulungszentrum genutzt.
In der langen Reihe der Hurlacher Hofmarksherren fällt der kurfürstliche Kammerherr Sebastian von Pemler (1718-1772) besonders auf, weil er in seinen akribisch geführten Tagebüchern der Nachwelt einiges über die Lebensweise des Landadels in seiner Zeit überliefert hat.
Wer mehr über das ca. 400 Jahre alte Schloss erfahren möchten, kann es jedes Jahr am "Tag des offenen Denkmals" besichtigen. Auch beim diesjährigen Hurlacher Schlossfest am 11.9.2005 wurden den ganzen Nachmittag über wieder Schlossführungen angeboten. Dabei konnte man sich u. a. über Sebastian von Pemler, der das Schloss im 18. Jahrhundert bewohnte, und über die wechselvolle Nutzungsgeschichte informieren.
Der "Tag des offenen Denkmals"
Seit 1993 ist der "Tag des offenen Denkmals" der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Allein in Deutschland brachte die Aktion am 11. September 2005 über 4 Millionen Besucher auf die Beine.
Überall in Deutschland öffneten Eigentümer von alten Häusern, Burgen, Mühlen oder Fabriken wieder die Türen und zeigen allen Interessierten, warum sie sich für den Erhalt der alten Gemäuer einsetzen.
Etwa 7.000 historische Bauten, Parks und archäologische Ausgrabungen in mehr als 2.500 Städten und Gemeinden wurden geöffnet. Das Kulturereignis wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert.
Alle Veranstaltungen, die für den am 11. September geplant waren, sind im Internet unter www.denkmalschutz.de zu finden. Das gedruckte Programm ist erhältlich bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (Koblenzer Straße 75, 53177 Bonn; Fax: 0228/3906343).
Der Hurlacher Beitrag zum "Tag des offenen Denkmals", ist im Internet zu finden unter http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/by/kreis_landsberg_a._lech/hurlach
Statistische Angaben zum Hurlacher Schlossfest 2005
Mindestens 380 Personen nahmen an den 13 Schlossführungen teil, die von JMEM-Mitarbeitern zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten angeboten wurden.
Etwa 700 Steak- und Wurst-Mahlzeiten und 40 Kuchen wurden verkauft.
Über 40 Kostüme wurden von den Mitarbeitern ausgeliehen, um die historische Dimension des Schlossfestes auch optisch zu unterstreichen.
Aufgrund der Verkaufszahlen und weiterer Beobachtungen wurde die Gesamtzahl der Besucher, die - über den ganzen Tag verteilt - das Hurlacher Schlossfest besuchten, vom Veranstalter auf über 1000 geschätzt.